Gesamtschule Borbeck

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Sports in the Hood – Fit ohne Geld

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Calisthenics-Workshops am 5.4.2019

„Das ist Osama. Ich bin Lennard. Wir sind von Hood Training. Seid ihr ready?“, fragt Trainer Lennard Schmischke (28) in die Runde. „Ja!“, gellt es ihm entgegen. Die Schülerinnen und Schüler des 5. Jahrgangs sind bereit für den ersten Calisthenics-Workshop an unserer Schule. Mit Hampelmännern, Liege- und Unterarmstützen geht es los.

Als erste Gruppe darf die 5d in unserer Turnhalle an der Hansemannstraße in ‚Calisthenics‘ reinschnuppern. Osama Alabedalrhman macht die Übungen vor. Der 16-Jährige besucht die 10. Klasse der Gesamtschule Borbeck. Seit einem Jahr ist er bei dem Projekt ‚Hood Training‘ dabei, hat mittlerweile den Trainer-Helferschein gemacht und leitet die Fünftklässler mit viel Freude an.

Nach dem Aufwärmen zeigt er den Kindern die erste Übung am Barren. „Ihr stützt euch mit den Armen auf, haltet sie durchgedrückt und zwar so lange, wie ihr könnt“, erklärt Osama. Dann sind die Kinder dran, gespannt und erstaunt, was die Muskeln so hergeben. „Wir haben hier eine Challenge“, rückt Osama ein Mädchen und einen Junge ins Blickfeld, die sich im Durchhalten messen. Lauthals feuern die Schüler ihren Favoriten an. Die Gewinnerin heißt Melanie.

„Osama macht das richtig gut“, freut sich ‚Hood‘-Trainer Lennard Schmischke. „Er war heute morgen überpünktlich und ist eine tolle Unterstützung – für mich und für die Kids.“ „Das macht mir auch einfach richtig viel Spaß“, betont Osama (1,76 m / 65 Kilo), der seit drei Jahren ohne Eltern in Deutschland lebt und in einer Wohngruppe für unter 18-Jährige in Essen-Altendorf wohnt. „Vor gut einem Jahr kamen Lennard und ein Kollege von Hood Training in unsere Wohngruppe, stellten sich vor und boten uns einmal die Woche Boxen oder Calisthenics als Freizeitaktivität an. Ich habe mich schließlich für Calisthenics entschieden. Das macht Spaß und ist viel besser, als zuhause`rum zu sitzen und sich kugelrund zu essen.“

Davon profitieren die Kinder der Gesamtschule Borbeck beim Workshop und auch Osamas Freundeskreis. Einige hat er zum Training mitgenommen und sie für den Sport begeistern können: „In der Gruppe sind Deutsche, Albaner, Türken und Syrer. Es wird Deutsch gesprochen. Wir motivieren uns gegenseitig, wollen immer besser werden. Das Gute ist, dass man keine Halle braucht. Man kann einfach im Park trainieren.“

Mittlerweile gibt es in vielen Städten spezielle Parks, die verschiedene Stangen in unterschiedlichen Höhen und auch Barren haben. Das freut die Hood Trainer: „Es gibt tolle Geräte im Grugapark, im Krupp-Park und im Westpark. Im Winter hatten wir Hallenzeiten in der Espo Sporthalle an der Planckstraße. Aber jetzt, wo das Wetter wieder besser wird, geht man natürlich nach draußen, weil es den Reiz des Sports noch einmal deutlich erhöht – sich bei schönem Wetter austoben zu können.“

Der Workshop an der Gebo lief innen ab, so dass die schuleigenen Geräte genutzt werden konnten. „Wir haben hier in Essen allerdings auch eine mobile Anlage, die wir jederzeit aufbauen können. Somit ist das Präsentieren oder Anbieten von Workshops überall möglich“, betont Schmischke, der zur Zeit an der an der IST-Hochschule Fitness- und Health-Management studiert. Am Schluss gibt es Lob von beiden Trainern: „Alle Kinder haben super mitgemacht und für ihre erste Trainingsstunde richtig gute Leistungen gezeigt.“ Auch die Trainer spüren die vergangenen Stunden – nicht in den Muskeln, sondern im Magen. Lennard bringt es auf den Punkt: „Ich habe großen Hunger – auf viel.“


Osama bekommt den Hauptschulabschluss nach Klasse 10 und geht nach den Sommerferien aufs Berufskolleg, um den Realschulabschluss und dann sein Fachabitur zu machen: "Seit 2016 bin ich an der Gesamtschule Borbeck. Die Lehrer haben mich immer unterstützt und mir geholfen", sagt Osama.

Mehr Infos zum Hood Training: www.hoodtraining.de

 

 

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