Artikel: 1000 Kraniche

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1000 Kraniche für Japan

Spendenaufruf: Für sämtliche Spenden von Kranichen und Süßwaren sind wir in den nächsten Wochen weiterhin sehr dankbar. Heike Lang nimmt sie entgegen.
Da das Porto nach Japan relativ hoch ist (max. 31 Kg pro Sendung kosten über 100 Euro), würden wir uns auch über Geldspenden von schulexternen Sponsoren sehr freuen. Geldspenden können auf das Konto des Fördervereins überwiesen werden, Stichwort: Japan.

Als vor drei Monaten am 11.03.2011 der Tsunami die atomare Katastrophe in Fukushima auslöste, haben viele unserer Schüler sofort ihre Erschütterung und persönliche Anteilnahme mit den Opfern geäußert. Viele wollten Spenden sammeln, um die betroffenen Menschen in Japan zu unterstützen. Durch meinen privaten Kontakt zu Frau Miyahara (einer in Deutschland lebenden Japanerin) konnten wir mit der Ishinomaki High School Adressaten ausfindig machen, die sich über Spenden sehr freuen.

Am Freitag dem 10.06.2011 hat die Gesamtschule Borbeck hierzu den Auftakt für ein 1000-Kranich-Spenden-Projekt veranstaltet. In diesem Zusammenhang informierten Schüler des Chemie-Grundkurses aus dem 11. Jahrgang die versammelten Mitschüler der Jahrgänge 9-12 über wissenschaftliche Aspekte der Ursachen und möglichen Folgen der atomaren Katastrophe. Bereits im März hatten sie sich mit der Entstehung von Erdbeben, der Zusammensetzung radioaktiver Strahlung und ihrer Nutzungsmöglichkeiten wie auch der Gefahren von Radioaktivität beschäftigt und ihre Vorträge vorbereitet.

Vor der wissenschaftlichen Information veranschaulichte Frau Miyahara ergreifend die Lage und Situation der Stadt Ishinomaki und ihrer Oberschule:

Die Entfernung von Ishinomaki Stadt nach Fukushima entspricht der Strecke Essen - Osnabrück. Durch Fotos des Verwandten von Frau Miyahara konnten wir uns selbst von der katastrophalen Lage der Stadt und ihrer Bewohner überzeugen. Die erschütternden Bilder entstanden neben der Arbeit des Katastrophenhelfers in Ishinomaki Stadt. In unmittelbarer Umgebung der Ishinomaki High School blieben nur wenige Gebäude erhalten. Die benachbarte Grundschule ragt wie eine Kriegsruine zwischen den verschwemmten Trümmern auf. Die meisten Gebäude sind völlig zerstört und begraben noch immer eine ehemals funktionierende Infrastruktur und vermutlich auch noch verschüttete Leichen. Die Oberschule selbst blieb nur deshalb von dem Tsunami unbeschädigt, weil sie innerhalb der Stadt erhöht auf einem kleinen Hügel liegt. Mittler Weile bewältigt die Schule nicht nur die ohnehin schon schwierige Aufgabe traumatisierten und teilweise verwaisten Schülern Unterricht und Schulabschlüsse zu gewährleisten, gleichzeitig haben etwa 200 Menschen in dem Gebäude eine Notunterkunft gefunden. Der Katastrophenhelfer berichtet von Jugendlichen und Kindern, die mit fast demütiger Dankbarkeit für die auswärtigen Hilfen selbst täglich durch die Trümmer streifen um mit bloßen Händen zur langsamen Wiederherstellung einer wohl noch lange ausbleibenden Ordnung beizutragen.

Um die Schüler der Ishinomaki High School zumindest moralisch zu unterstützen, haben wir am Freitag damit begonnen 1000 Papierkraniche zu falten um diese mit allen unseren guten Wünschen und Hoffnungen zur Ishinomaki High School zu schicken. Gemäß der japanischen Tradition ist der Kranich ein Glückssymbol. 1000 Kraniche zu falten und zu verschicken bedeutet so viel wie „Wir denken an Euch“ oder „Haltet die Ohren steif“, daran ist die Hoffnung geknüpft, dass die Wünsche auch in Erfüllung gehen. Neben dieser traditionell japanischen Geste der Anteilnahme sammeln die Schüler der Gesamtschule Borbeck auf Anregung der Ishinomaki-Schulleitung zudem Naschwaren. Die süßen und salzigen Näschereien sollen zusätzlich etwas Licht in den tristen Alltag der betroffenen bringen.

Am Freitag entstanden bereits ca. 400 Kraniche die nun zunächst die Aula des Gebäudes an der Ripshorster Straße zieren. Auch haltbares Naschwerk sowie kleinere Geldspenden um die Portogebühren zu decken, gingen bei mir Frau Lang ein. Zum vorläufigen Abschluss des Spendenprojekts werden unsere Schüler die Kraniche zu Ketten auffädeln und mit den gespendeten Naschwaren und Briefen innerhalb der Projektwoche der Gesamtschule Borbeck (letzte Woche vor den Sommerferien) verpacken und verschicken.

Spendenaufruf: Für sämtliche Spenden von Kranichen und Süßwaren sind wir in den nächsten Wochen also weiterhin sehr dankbar. Da das Porto nach Japan relativ hoch ist (max. 31 Kg pro Sendung kosten über 100 Euro), würden wir uns auch über Geldspenden von schulexternen Sponsoren sehr freuen. Geldspenden können auf das Konto des Fördervereins überwiesen werden, Stichwort: Japan.

Heike Lang (Lehrerin und Projektleitung 1000-Kraniche-Spenden-Projekt Gesamtschule Borbeck)